Freundschaft und Aristoteles

Ich bin heute auf die Definition von Freundschaft gestoßen, wo auch Aristoteles erwähnt wird. Er hat damals ein Werk verfasst, die Nikomachische Ethik. Es soll einen Leitfaden geben, wie man ein besserer Mensch wird und enthält auch einige Absätze über Freundschaft. Ich hab bisschen bei Google gesucht, und eine Seite gefunden, die die Freundschaftsstadien zusammenfasst.

Ich möchte hier die Stadien auflisten und jeweils ein zwei Gedanken dazu schreiben:

Bei Freundschaft aus Nutzen brauchen die Beteiligten sich. Man ist sich angenehm, man erwirtschaftet einen jeweiligen Gewinn am anderen, man sieht im anderen einen Zweck.

[…]

Bei dieser Freundschaft kann es leicht zu Klagen und gegenseitigen Vorwürfen kommen, wenn einer glaubt weniger zu bekommen als er gab.

Diese Art der Freundschaft wird als ‘Nutzenfreundschaft’ bezeichnet. Ich denke jeder kennt eine solche Freundschaft. Besonders in schwierigen Zeiten suchen wir solche Bekannte als Freunde raus. Doch genau weil eine solche Freundschaft ohne Grundlagen entsteht, ist sie oft schnell zerstörbar und hinterlässt vielleicht bei einer Partei mehr als bei der anderen.

Ich hatte eine Menge Freunde die in dieses Schema fallen könnten. Nachdem ich mich von meinen Schulkameraden sozial abwandte, habe ich Zugang zu anderen Gruppierungen gebraucht und so den ein oder anderen Freund ernannt. Diese Menschen sind so schnell aus meinem Leben raus, wie sie reingekommen sind.

Freundschaft aus Lust ist der Freundschaft aus Nutzen sehr ähnlich, doch geht es eben nur um die Lust, um den Lustgewinn.

[…]

Jedoch ist diese Art der Freundschaft einer wahren Freundschaft noch am ähnlichsten, denn beide sind gleich und finden etwas Gutes ineinander.

Diese Art der Freundschaft wird als ‘Lustfreundschaft’ bezeichnet. ‘Freunde’ mit denen man feiern geht, essen, man trifft sich um Klatsch und Tratsch auszutauschen. Auch diese Freundschaften sind allgemein bekannt. Ich denke aus solchen Freundschaften können auch die wahren entstehen (später mehr) doch ist es zwingend nötig, dass beide Parteien gleichermaßen die Nähe zur anderen suchen. Sobald einer der beiden Freunde das Gefühl bekommt, er müsse mehr daran arbeiten als der andere, kann das ganz schnell umschlagen zu einer ungleichen Freundschaft (später mehr) oder einer Nutzenfreundschaft werden.

Ich habe als Jugendliche in meiner Heimatstadt ein junges Mädchen kennen gelernt, die ich anfangs gemieden habe – menschlich – aber es genossen habe mit ihr auszugehen. Ich denke ihr ging es ähnlich. Heute ist sie wohl eine meiner engsten Freundinnen, die sich immer freut, wenn ich den Norden besuche, ebenso wie ich mich freue sie zu sehen.

Die Ungleiche Freundschaft: Diese Freundschaft beruht auf Überlegenheit eines der Beteiligten. Damit es aber eine Freundschaft ist, muss sie proportional sein, das heißt: der ‘Bessere’ muss mehr geliebt werden. So scheint auch das Geliebtwerden den Menschen wichtiger zu sein als das Lieben.

[…]

In der ungleichen Freundschaft will jeder mehr erhalten, als er dem anderen geben will. Hier muss man in der Position des Schwächeren aber soviel geben, wie man kann, denn man kann nie soviel geben, wie man sollte, denn man hat ja weniger.

In der Arbeit werden folgende Beispiele genannt: „Der Wohltäter scheint den Empfänger mehr zu lieben als umgekehrt. So ist dem Elternteil in der Regel das Kind wichtiger als dem Kind das Elternteil. Und der Künstler liebt sein Kunstwerk, doch dieses ihn nicht. Er scheint es zu lieben, weil er es erschaffen hat, weil er sich darin verwirklicht hat, weil es ihm Mühe kostete dies zu schaffen. Und was man Mühe hatte zu erwerben, das empfindet man als liebenswert.“

Ich denke diese Freundschaft ist sehr schwierig für den Teil, der nie genug geben kann. Oft sind es Freundschaften die unvermeidbar sind, wie zB das Elternteil und das Kind. Eine Bedingungslose Liebe, die oft nie, oder sehr lange nicht auch nur ansatzweise erwidert werden kann. Wenn es zwei voneinander unabhängige Menschen sind, kann diese Freundschaft einen Teil zerstören, weil man auf der ständigen Suche danach ist, den Empfänger der Liebe glücklich zu machen.

Auch in dieser Richtung hatte ich bereits eine Erfahrung, und das war die schwierigste meines sozialen Lebens. Ich wollte den Menschen um jeden Preis in meinem Leben haben und gab soviel bis ich gar nicht mehr wusste, was ich noch geben könnte, doch all das war leider nie genug. Letztendlich habe ich eingesehen, dass ich erst vollkommen lieben kann, wenn ich mich selbst liebe und ich mein eigener ‘Wohltäter’ bin.

Wahrhaftige Freundschaft, die ‘Tugendhafte Freundschaft’, wünscht einander das Gute. Diese Freundschaft hält, solange beide tugendhaft sind und kann damit auch dauerhaft sein. Zusätzlich zum Tugendhaften sind die beiden Beteiligten sich auch nützlich, angenehm und gut, können also die anderen Arten von Freundschaft in sich aufnehmen. Diese Art Freundschaft ist selten, weil man sich dafür erst gut kennenlernen muss. Dafür ist sie vor jeglicher Verleumdung sicher. Auch räumliche Distanz kann diese Freundschaft nicht beenden, doch kann man sie infolge einer langen Trennung eventuell vergessen. Um die Freundschaft zu erhalten muss man viel miteinander reden und am besten gemeinsam leben.

Diese Art der Freundschaft kann erst greifen, wenn beide Parteien an einem Punkt angelangt sind, wo sie sich selbst und andere lieben, wo sie von Grund auf gut sind und einander nur Gutes wünschen können ohne Forderungen. Ich denke eine solche Freundschaft ist klar, selbstverständlich, es fordert keine Diskussionen darüber, es gibt keinen Neid und keine Vernachlässigung. Eine solche Freundschaft fordert nichts, gibt alles und sie wird nie vollkommen verschwinden, wenn man ein wenig Zeit voneinander getrennt verbracht hat.

Ich bin nicht tugendhaft, daher kann ich nicht behaupten eine solche Freundschaft zu haben. Wenn es jemanden gäbe, den ich mir mehr als alles als solchen Freund wünschte so wären das meine langjährige Freundin aus Schulzeiten und der Mensch, den ich mir schon immer als Bruder gewünscht habe. Ich bin hier im Süden Deutschlands an einem Punkt angekommen, wo ich mir Tugendhaftigkeit wünsche und sie mir mehr als alles auf der Welt fehlen. Meine Freundin zu besuchen schmerzte etwas, da ich zwar noch ihre Freundin bin, doch kaum noch Platz in ihrem Leben habe. All die Bilder zu sehen, von denen ich kein Teil bin, machte mich traurig und ich sah dort genau, was ich verloren habe.

Die Wichtigste Freundschaft die ich haben muss ist die zu mir selbst.

Er ist sich selbst am meisten Freund und so soll man sich auch selbst am meisten lieben.“ Doch reiner Egoismus ist schlecht, dagegen ist es gut, wenn jemand für sich selbst sorgt. Denn für diesen sind ja auch andere Menschen gut oder Taten, die er ausüben muss, nach denen es anderen Menschen gut geht und ihm ebenso.“

Die Tugendhaftigkeit und die Selbstfreundschaft zu erreichen, das sind die ersten Steine im Weg. Denn man muss die Balance halten, damit man kein schlechter Mensch wird.

( Die Infos und ‘Zitate’ habe ich von folgender Seite: http://andre-schuchardt.de/mat/matphil/aristofreund/ )

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